Radschnellverbindungen

Radschnell­verbindungen sind leistungs­fähige und qualitativ hoch­wertige Radverkehrs­anlagen, die wichtige Verkehrs­quellen und -ziele über größere Distanzen miteinander verknüpfen. Sie bündeln den individuellen Radverkehr und führen ihn möglichst zügig und sicher ans Ziel.

Radschnell­verbindungen (RSV) haben in der Regel eine Länge von mindestens 5,0 Kilometern und weisen ein prognostiziertes Potential von mindestens 2.000 Radfahrenden pro Tag auf.

Um zügig und sicher fahren zu können, müssen RSV eine möglichst direkte Linienf­ührung, wenige Halte­punkte wie bspw. an Kreuzungen und Fahrbahn­decken mit hoher Qualität aufweisen. Auch die Breiten gehen über den Basis­standard von Radwegen hinaus. So beträgt ihre Breite bei Einrichtungs­führung 3 Meter und bei Zweirichtungs­führung 4 Meter. RSV sind in der Regel getrennt von anderen Verkehrs­arten zu halten. Auch der Fuß­verkehr soll grundsätzlich getrennt geführt werden.

Radschnellweg
© Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

In Bayern erfüllen derzeit 15 Maßnahmen mit einer Länge von insgesamt gut 200 Kilometern die Qualitäts­standards von RSV. Die Maßnahmen sind gemäß Bayerischem Radgesetz (BayRadG) im Ausbau­plan Radschnell­verbindungen zusammen­gefasst.

Planung und Bau von RSV richten sich in Bayern nach der gesetzlichen Baulast. Für kommunale RSV stehen Förder­möglichkeiten des Freistaats sowie die Finanz­hilfen des Bundes zur Verfügung (siehe Förderung).

Radschnellverbindung München-Garching
© Zehetmaier, Birgit

Die Forschungs­gesellschaft für Straßen- und Verkehrs­wesen (FGSV) hat für Planung, Entwurf und Betrieb die „Hinweise zu Radschnell­verbindungen und Radvorrang­routen“, Ausgabe 2021 (H-RSV 2021) erarbeitet. Die Arbeits­gemeinschaft fahrrad­freundliche Kommunen in Bayern e.V. (AGFK Bayern) hat die Informations­broschüre "Zügig und sicher per Rad in Bayern unterwegs" mit RSV-Beispielen aus dem In- und Ausland sowie einem Überblick bayerischer RSV-Projekte veröffentlicht.

Die Bundes­anstalt für Straßen- und Verkehrs­wesen (BASt) stellt einen Leifaden für die Potenzial- sowie ein Berechnungstool für die Nutzen-Kosten-Analyse zur Verfügung. Das Mobilitäts­forum Bund betreibt die Themen­seite Radschnell­wege mit umfassenden Informationen.