Sechs Wohngebäude, Augsburg

Visualisuerung sechs Wohngebäude in Augsburg-Haunstetten, Blick von der Straße hin zur Erschließungs und Balkonzone.
© hey! architekten, IGEWO

I. Projektdaten

Ort: Augsburg-Haunstetten
Projektstand: Fertigstellung Ende 2026 geplant
Nutzung: Wohnen
Bauherr/in: IGEWO GmbH & Co Wohnungsunternehmen KG
Architekt/in: hey! Architektur
Primärkonstruktion: Holzhybridbauweise
Webseite: Internetseite Architekturbüro

II. Projektbeschreibung

Auf dem langestreckten Grundstück entlang der Rechenstraße errichtet das Wohnungsbauunternehmen IGEWO insgesamt sechs dreigeschossige Wohngebäude, aufgeteilt in zwei unterschiedliche Gebäudetypen mit je neun Wohneinheiten. Die insgesamt 54 Wohneinheiten werden durch die bayerischen Mietwohnraumförderung unterstützt. Der Bau erfolgt in Holzhybridbauweise mit einem hohen seriellen Vorfertigungsgrad. Ein wesentliches Merkmal des Projektes liegt im Erschließungskonzept. Die Obergeschosse erreicht man über eine außenliegende Treppe, der Zugang zu den Wohnungen erfolgt über einem der Wohnung zugeordneten laubengangartigen Balkon.

III. Kriterien Gebäudetyp-e

Ressourcenschonende Konstruktion

  • einfache Tragkonstruktion, kurze Deckenspannweiten, Holzhybridbauweise, hoher Vorfertigungsgrad (kurze Bauzeit)
  • vorgestellter Laubengang aus Stahlbeton, dient gleichzeitig als Balkon und als Erschließung (Einsparung zusätzlicher Balkone)
  • Vermeidung von Verklebung und nicht trennbaren Aufbauten, Trocken-Estrich (Beschleunigte Ausführung, geringe Aufbauhöhe)
  • Unterkellerung nur bei zwei von sechs Gebäuden
  • Höhere Schwingungsanfälligkeit der Stahlbetontreppe als empfohlen (Materialeinsparung)
  • Abdichtung an der Türschwelle nicht nach DIN 18531 hochgezogen, dafür Barrierefreiheit mit weniger Aufwand erfüllbar

Reduzierte Haustechnik

  • Wartungsarme Haustechnik durch elektrische Fußbodenheizung (Strom-Direktheizung) und dezentrale Warmwasserbereitung mit Durchlauferhitzern (kurze Leitungslängen)
  • Keine stärker gedämmte Gebäudehülle, wie bei Stromdirektheizung eigentlich gefordert (§71d GEG), dadurch 130m² mehr Wohnfläche (Befreiung nach §102 GEG mit Gutachten zur Wirtschaftlichkeit)
  • Lüftung nur zur Gewährleistung des Feuchteschutzes (Abluft in den Bädern mit Nachströmung über Fassadenlüfter ohne Wärmerückgewinnung)

Reduzierter Schallschutz

  • Unterschreitung des bauaufsichtlich eingeführten Mindestschallschutzes nach DIN 4109-1 um 2dB beim Trittschall (Mindestschallschutz aus dem Jahr 2016 eingehalten)

Ausstattungseinsparungen

  • Verwendung von Standardprodukten, keine Sonderanfertigungen
  • Einbau von Fertigbädern (geringere Bauzeit)
  • Verzicht auf Aufzug, jedoch nachrüstbar, Erdgeschosswohnungen dafür rollstuhlgerecht

Reduzierter Stellplatzschlüssel

Kosteneinsparung

  • Baukosteneinsparung ca. 16% gegenüber den geplanten Kosten (KG300+400)
  • zudem Kostenersparnis in Millionenhöhe durch Verzicht auf TG
  • reduzierte Betriebs- und Wartungskosten aufgrund reduzierter Haustechnik erwartet

Das sagt Birgit Eckert-Gmell, Dipl. Ing. Architektin, Geschäftsführung IGEWO