Haus fast ohne Heizung, Neubau eines Wohngebäudes, Ingolstadt

Visualisierung Haus fast ohne Heizung, Steigerwaldstraße Ingolstadt
© Renderwolf, Wien

I. Projektdaten

Ort: Ingolstadt
Fertigstellung: November 2025
Nutzung: 15 Wohneinheiten
Bauherr/in: Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH (GWG)
Architekt/in: nbundm* Architekten
Primärkonstruktion: Dämmziegel

 

II. Projektbeschreibung

Im Rahmen eines Konzeptvergabeverfahrens hat die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH ein Grundstück am Rand einer Neubausiedlung in Friedrichshofen-West erworben. Dort wurde ein dreigeschossiges Gebäude mit 15 geförderten Wohnungen in massiver Bauweise mit Dämmziegeln und einer vorgesetzten Holzschalung realisiert. Mit der hohen Speichermasse des Gebäudes und der Nutzung solarer Strahlungsenergie sowie der Abwärme von Menschen, Beleuchtung und Tätigkeiten wie z.B. Kochen kann das Bauvorhaben ohne konventionelle Heizung betrieben werden. Als Redundanzsystem sind Teile der Böden mit einem elektrisch betriebenen Heizpapier unter dem Trocken-Estrich versehen.

III. Kriterien Gebäudetyp-e

Ressourcenschonende Konstruktion

  • Verzicht auf Unterkellerung (einfache Abstellräume im Gartenbereich)
  • massive Innenwände (Ziegel) und Geschossdecken (Beton) als Wärmespeicher
  • Vermeidung von Verklebung und nicht trennbaren Aufbauten, Trocken-Estrich (Beschleunigung der Ausführung, geringe Aufbauhöhe)

Reduzierte Haustechnik

  • keine zentrale Heizungsanlage (Konzept 22:26), als Back-Up System Heizpapier (Stromdirektheizung) eingebaut
  • Gebäudeautomation über ein Bus-System (Heizung, Raumluft) mit motorisch öffnenden Lüftungsflügel im Fenster
  • dezentrale Warmwasserbereitung mit Durchlauferhitzer je Wohnung (geringe Leitungslängen)

Schallschutz

  • Mindestschallschutz nach DIN 4109-1 eingehalten (da Massivbau)

Ausstattungseinsparung

  • Verzicht auf Sonnenschutz aufgrund tiefer Laibung
  • Abstellräume im Garten außerhalb der thermischen Hülle
  • Aufzug nachrüstbar

Reduzierter Stellplatzschlüssel

  • Stellplatzschlüssel mit 0,5 Stellplätze je WE (Obergrenze im geförderten Wohnungsbau)
  • Oberirdische Unterbringung von Stellplätzen auf dem Grundstück, daher Verzicht auf TG möglich

Kosteneinsparung

  • Baukosteneinsparung ca. 16% gegenüber den geplanten Kosten (KG 300+400)
  • zudem Kostenersparnis durch Verzicht auf TG
  • reduzierte Betriebs- und Wartungskosten aufgrund reduzierter Haustechnik erwartet

Das sagt Jörg Koch, Architekt, Abteilungsleiter Technik GWG Ingolstadt

Das Haus fast ohne Heizung