Bauarbeiten am Gleis
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Schieneninfrastruktur

Für die Finanzierung der DB-Schieneninfrastruktur ist gemäß Grundgesetz der Bund zuständig. Dennoch betreibt der Freistaat eine aktive und engagierte Schienenverkehrspolitik, sowohl bei der Infrastruktur in der Fläche und den Verbindungen in die Nachbarländer als auch insbesondere bei der S-Bahn-Infrastruktur.
Der Erhalt der Bundesschienenwege wird von den Infrastruktursparten der Deutschen Bahn einerseits über die von den Nutzern zu entrichtenden Infrastrukturnutzungsentgelte (Trassen- und Stationsentgelte) sowie durch Mittelzuweisungen des Bundes aufgrund der bis einschließlich zum Jahr 2029 gültigen Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung III (LuFV III) sichergestellt.
Für den Aus- und Neubau stellt der Bund der Deutschen Bahn Mittel nach dem Bundesschienenwegeausbaugesetz (BSchwAG) zur Verfügung, die insbesondere für Projekte des Bedarfsplans Schiene auf Basis des Bundesverkehrswegeplan 2030 eingesetzt werden. Der Umfang der Bundesmittel reicht jedoch für die zeitgerechte Umsetzung der Vorhaben bei Weitem nicht aus.
Einen Sonderstatus nimmt beim Aus- und Neubau der Schienenwege die Infrastruktur für die S-Bahnen ein, die nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) von Bund und Land gemeinsam gefördert wird.
Wichtige Infrastrukturprojekte in Bayern finden Sie hier.

Der Freistaat Bayern hat mit seinem Programm „Bahnausbau Region München“ ein Konzept für den Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs in der stark wachsenden Metropolregion München auf den Weg gebracht. Es bildet die Grundlage für eine zukunftsweisende Entwicklung der Schieneninfrastruktur. Derzeit umfasst das Programm 28 mit der Deutschen Bahn abgestimmte Maßnahmen, die sich in der konkreten Planung bzw. in der Umsetzung befinden. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Maßnahmen, die zunächst auf ihre verkehrliche Wirkung und bautechnische Machbarkeit untersucht werden, bevor sie konkreter Bestandteil des Programms werden können. Das zentrale Infrastrukturelement ist die 2. Stammstrecke, auf deren Grundlage umfassende qualitative und quantitative Verbesserungen bei der S-Bahn erfolgen können. Außerdem will die Bayerische Staatsregierung will mit dem Programm „Bahnausbau Region München“:

- die Erreichbarkeit des Münchner Flughafens aus vielen bayerischen Landesteilen verbessern,
- den Flughafen schneller mit der Münchner Innenstadt verbinden,
- das Streckennetz rund um München für den weiter zunehmenden Schienenverkehr ertüchtigen,
- das Nadelöhr Münchner S-Bahn-Stammstrecke entschärfen,
- die Fahrzeiten der S-Bahn-Strecken in die Innenstadt verkürzen und
- die Störanfälligkeit des Münchner S-Bahn-Systems reduzieren.

Die 2. Stammstrecke ist das Herzstück des Programms „Bahnausbau Region München“ der Bayerischen Staatsregierung. Sie ist Voraussetzung für eine bessere Anbindung der gesamten Metropolregion an die Münchner Innenstadt und für eine schnelle und attraktive Verbindung zum Flughafen München. Durch den Bau des 2. Stammstreckentunnels wird das Nadelöhr des Münchner S-Bahn Systems beseitigt, damit die Entwicklung des ÖPNV mit der Entwicklung der Metropolregion Schritt halten kann.
Der Großraum München ist eine dynamische Wirtschaftsregion mit enormem Wachstumspotenzial. Entgegen dem bundesweiten Trend wird die Bevölkerung hier deutlich zunehmen und das vor allem im Umland. Die S-Bahn München ist bereits heute eines der größten S-Bahn-Systeme in Deutschland. Mit 150 Stationen, einer Streckenlänge von 442 Kilometern und mehr als 1.000 Zugfahrten pro Tag reicht sie weit in die Region und verbindet die Landeshauptstadt München mit dem Umland. Bei ihrer Inbetriebnahme im Mai 1972 war die S-Bahn für rund 240.000 Fahrgäste pro Werktag konzipiert. Mittlerweile verzeichnet die S-Bahn werktäglich bis zu 840.000 Fahrgäste.
Um die S-Bahn fit für die Zukunft zu machen und die zusätzliche Nachfrage zu befriedigen, erhöht die 2. Stammstrecke die Kapazität zwischen Laim und Leuchtenbergring von zwei auf vier Gleise. Durch Taktverdichtungen werden zukünftig deutlich mehr S-Bahnen über die beiden Strecken fahren. Mit Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke wird das Angebot um rund 33% ausgeweitet. Die Kapazitätserweiterung durch die 2. Stammstrecke ist Basis für weitere Ausbaumaßnahmen auf den Außenästen. Die neu einzuführenden Regional-S-Bahnen verbinden in Zukunft auch Regionen außerhalb des jetzigen S-Bahn-Netzes. So werden in Zukunft beispielsweise auch Fahrgäste aus Augsburg, Buchloe und Landshut durch den neuen Tunnel direkt in die Innenstadt fahren können. Von den umsteigefreien Verbindungen und attraktiven Fahrzeiten werden alle Fahrgäste der Metropolregion München profitieren.

Gesamtkonzept Erdinger Ringschluss neu
© Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

Mit dem Gesamtprojekt Erdinger Ringschluss soll eine Verbesserung der Schienenanbindung des Münchner Flughafens aus allen Landesteilen erreicht werden. Die Vorhaben 1, 2, 4, 6 und 7 sind Bestandteil des vom Freistaat Bayern vorgesehenen Programms Bahnausbau Region München.

Im Imagefilm der Autobahndirektion Südbayern, der im Auftrag des Freistaats Bayern entstand, erhalten Sie einen Überblick über das Projekt Erdinger Ringschluss.

Neufahrner Kurve (Vorhaben 2)

Lückenschluss Flughafen – Erding (Vorhaben 4)

Überwerfungsbauwerk Flughafen West (Vorhaben1)

Walpertskirchner Spange (Vorhaben 6)

Weiterer Ausbau

  • S-Bahn Nürnberg: Ergänzungsnetz Nürnberg - Forchheim - Bamberg, Nürnberg - Ansbach (- Dombühl), Nürnberg - Hartmannshof, Nürnberg - Neumarkt
  • Elektrifizierung der Linie "A" Dachau - Altomünster
  • Elektrifizierung der Strecke Geltendorf - Lindau, inklusive Knoten Lindau
  • Ausbaustrecke Petershausen - Ingolstadt: teilweise Neutrassierung, Modernisierung und Fahrzeitverkürzung auf der Achse zwischen München und Nürnberg
  • Maßnahmen zum Regio-Schienen-Takt Augsburg: Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs zur Mobilitätsdrehscheibe, weitere Maßnahmen im Knotenbereich
  • Ausbaustrecke München - Mühldorf - Freilassing Grenze D/A (ABS 38): Ausbau der im Personen- und Güterverkehr stark belasteten Verbindung von München ins Chemiedreieck und nach Österreich - Projektbeirat eingesetzt
  • Aus- und Neubaustrecke Nürnberg - Bamberg - Ebensfeld - Erfurt (VDE 8.1): Neubaustrecke durch den Thüringer Wald und Ausbau bestehender Streckenabschnitte unter anderem zur Verkürzung der Reisezeiten München - Nürnberg - Berlin
  • Ausbaustrecke Nürnberg - Marktredwitz - Hof - Schirnding Grenze D/CZ: Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale und der Verbindung Nürnberg - Cheb/Eger - Prag (Memorandum über den Schienenverkehr zwischen Tschechien und Bayern)
  • Aus- und Neubaustrecke (Frankfurt -) Hanau - Nantenbach (- Würzburg): Beschleunigung und Modernisierung der im Personen- und Güterverkehr bedeutenden Eisenbahnstrecke über den Spessart
  • Aus- und Neubaustrecke München - Rosenheim - Kiefersfelden Grenze D/A (Brennerzulauf): Schaffung der notwendigen Kapazitäten für den transalpinen Personenfern- und Güterverkehr im Zulauf auf den geplanten Brennerbasistunnel
  • Ausbaustrecke Augsburg - Neu-Ulm: Erweiterung und Beschleunigung der Magistrale zwischen München über Augsburg nach Stuttgart