Lkw-Kompaktparken
© Bayerische Staatsbauverwaltung

Forschungsprojekte

Die Bayerische Straßenbauverwaltung will die aktuellen, schnell fortschreitenden Entwicklungen im Bereich der Intelligenten Verkehrssysteme aktiv mit gestalten können. Daher ist sie in verschiedenen nationalen und europäischen Implementierungs- und Forschungsprojekten vertreten.

Kommunikation von Fahrzeugen und Infrastruktur (C2X)

Durch die immer stärker zunehmende Verbreitung von Navigations- und Assistenzsystemen und insbesondere durch die Digitalisierung des Verkehrs bis hin zum automatisierten Fahren gewinnt die digitale Bereitstellung von Informationen zunehmend an Bedeutung. Hier hat sich gezeigt, dass automatisierte und vernetzte Fahrzeuge auch auf Daten aus der Straßeninfrastruktur angewiesen sind. Der Freistaat Bayern ist daher an mehreren Projekten zum Austausch solcher Daten beteiligt. Systeme zur Kommunikation von Fahrzeugen untereinander und mit der Infrastruktur werden als C2X bezeichnet.

Im Bereich der Autobahnen stehen Informationen aus Verkehrsbeeinflussungsanlagen (VBA) z. B. dynamische Geschwindigkeitsbeschränkungen und Wechselwegweisungen zur Verfügung, die in Fahrassistenz- und Navigationssysteme eingespeist werden können. Die Projekte zur sogenannten "virtuellen VBA" sollen in den nächsten Jahren in ganz Bayern in den Regelbetrieb gehen.

Im Bereich der Bundes- und Staatsstraßen sind speziell die Daten von Lichtsignalanlagen (LSA) von Interesse. Mit Ampeln vernetzte Fahrzeuge können die Rot- und Grünzeiten verarbeiten und für "virtuelle grüne Wellen" nutzen. Hierzu werden die LSA in der Zuständigkeit des Freistaats in den nächsten Jahren an einen Zentralrechner angeschlossen, über den eine Datenweitergabe möglich ist. Zudem ist ein Testfeld für die virtuelle grüne Welle in Kooperation mit der Automobil- und Zulieferindustrie im Norden von München geplant.

Kooperative Systeme (C-ITS)

Kooperative Systeme (C-ITS)
© Bayerische Staatsbauverwaltung

Um die Einführung sogenannter Kooperativer Systeme (C-ITS) länderübergreifend voranzubringen, haben sich die Verkehrsministerien der Niederlande, Deutschlands und Österreichs auf eine Kooperation in diesem Bereich verständigt. Auch Firmen der Automobilindustrie sind in das Projekt mit eingebunden. Die Entwicklungen wurden zunächst im "C-ITS-Korridor" Rotterdam - Köln - Frankfurt - München - Wien getestet und sollen nun in weiteren Regionen eingesetzt werden. Bayern ist in den Korridor eingebunden.

Ein aktuelles Projekt im Rahmen dieser Initiative ist die flächendeckende Vernetzung von Baustellen-Warnanhängern mit Fahrzeugen. Die Anhänger werden so ausgerüstet, dass sie automatisch ihre Position, die Fahrtrichtung und die gesperrte Spur übermitteln können. Diese Daten werden zum einen an BayernInfo und seine Abnehmer gesendet, zum anderen auch direkt über Kurzstreckenkommunikation an sich nähernde Fahrzeuge. Dadurch können Fahrer frühzeitig über die fahrzeugeigenen Anzeigesysteme, insbesondere vor mobilen Baustellen, gewarnt werden.

Dieses System trägt zu einer erhöhten Verkehrssicherheit für die Verkehrsteilnehmer und für das Baustellenpersonal bei.

Intelligentes Lkw-Parkplatzmanagement

Im Projekt Lkw-Parkleitsystem A 9 wurden 22 Rastplätze entlang der Autobahn mit einer hochpräzisen Detektionsmethodik ausgestattet, die erkennen kann, wenn ein Lkw in den Rastplatz einfährt oder ihn verlässt. Aus der Differenz kann berechnet werden, wie viele Stellplätze aktuell noch verfügbar sind. Diese Daten werden an BayernInfo weitergegeben und dort angezeigt. Durch Information über noch freie Parkstände soll unnötiger Parksuchverkehr vermieden und eine ausgewogene Auslastung der Rastanlagen erreicht werden.

Neben dem Lkw-Parkleitsystem gibt es zwei Pilotprojekte zur besseren Ausnutzung von bestehenden Stellplätzen. Beim Kompaktparken werden mehrere Fahrzeuge hintereinander abgestellt. Damit sich die abgestellten Fahrzeuge bei der Weiterfahrt nicht gegenseitig blockieren, werden die Fahrzeuge nach Abfahrtszeiten sortiert geparkt. Die Pilotanlage für das Kompaktparken ist die Tank- & Rastanlage Jura-West an der A 3. Ein ähnliches System (Kolonnenparken) wird derzeit auf der A 93 Süd bei Kiefersfelden getestet.

Die Zuständigkeit für den Betrieb des Autobahnnetzes ist seit 01.01.2021 auf die Autobahn GmbH des Bundes übergegangen.